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Badeorte in Ligurien

In Ligurien gibt es solche Wörter nicht, und das liegt nicht daran, dass es dort keine Schafe gibt. Vielmehr wechselt in den Monaten Mai bis September das Klima von mild in Richtung sommerlich warm, ohne dabei Umwege über mit Tiernamen versehene Temperatureinbrüche zu nehmen. Anfang Mai steigt das Quecksilber stetig in Richtung 28°C und verweilt dort. Das ist auch der Moment, in dem in Ligurien die Badesaison eröffnet wird.

Rund um Sanremo an der Riviera di Ponente schmiegen sich zahlreiche Seebäder an den Fuß der Seealpen. Neben mondänen Anlagen wie Alassio, Menton und Sanremo, in denen sich der Jetset das Badetuch in die Hand gibt, findet man auch ruhigere Orte und richtige Geheimtipps.  Allgemein lässt sich sagen, nicht jeder Ort hat einen Sandstrand, und je größer der Sandstrand, desto mehr Besucher können Sie erwarten. Das bedeutet für Sie nicht nur, dass es am Meer voller wird, auch die Straßen sind davon betroffen. An Wochenenden staut sich der Verkehr auf der Küstenstraße Via Aurelia kilometerweit und die Parkplatzsituation ist äußerst angespannt. Wer wählen kann, sollte lieber mit dem Motorroller anreisen. Auch die Bahn, die an allen Küstenorten meist direkt in Strandnähe hält, ist eine ernst zu nehmende Alternative, die Ihnen viel Zeit und Nerven sparen kann.

Wie auch in den meisten anderen Rubriken ist Sanremo auch in Punkto Badeort die Königin der Region. Der Strand ist lang und breit und wird mit einem breiten steinernen Wellenbrecher vor der Küste geschützt. Es gibt Rutschen, Sprungbretter, Badeinseln, Liegen, Sonnenschirme  und auch sonst alles, was das Herz eines Badeurlaubers begehrt. Wassersportler kommen voll auf ihre Kosten. Nahezu jeder maritime Zeitvertreib wird angeboten, Wasserski, Jetski, Segeln, Windsurfen, Para-Gleiten, Schwimmen, Tretbootfahren, Angeln sowie Bootstouren aller Art. Die Stadt verfügt natürlich auch über eine ganze Reihe exklusiver Geschäfte, in denen man sich für den Urlaub der neuesten Mode entsprechend einkleiden kann.

Noch schicker ist Alassio, das auf halbem Wege zwischen Imperia/Porto Maurizio und Albenga in einer Bucht gelegen ist. Entlang der Strandpromenade befinden sich zahlreiche Bäder mit Bars, Terrassen und Eisdielen. In dem Ort selbst gibt es hübsche Cafes, tollen Restaurants, und besonders auf dem Corso Dante Aligheri und der Via 20. Settembre viele edle Boutiquen. Im Rücken die Altstadt mit ihren barocken Kirchen und vor sich die Bucht mit Blick auf die unter Naturschutz stehende Felseninsel Gallinara lässt sich hier so manch ein Sommertag herrlich verbummeln. Wer es noch ein wenig romantisch mag, kann ein kleines Vorhängeschloss bei der Muretto di Alassio auf dem Corso Dante anbringen und ihre Füße polieren, das soll Glück für die Liebe bringen. Neben der Messingstatue an der Steinmauer sind viele Kacheln mit berühmten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts angebracht, darunter Alberto Tomba, Fausto Coppi, Adriano Celentano und sogar Ernest Hemingway.

Nur etwa zehn Autominuten südlich liegt das etwas ruhigere Laigueglia. Auch hier ist der Strand natürlich und nicht aufgeschüttet. Der Ort ist ein kleiner Traum, nicht nur, weil es nicht so voll ist, wie im benachbarten Alassio. Laigueglia hat sich den ursprünglichen Charme eines kleines Fischerdorfes bewahrt, es gibt noch Reste der alten Festungsanlage und über dem Ort thronen die Türme der  schmucken Chiesa di San Matteo. Das Dorf Cervo mit einem der schönsten mittelalterlichen Ortskerne Liguriens wartet direkt hinter der nächsten Bucht, falls sie nach dem Sonnenbad noch Lust auf ein wenig Kultur verspüren. Hier findet im Juli und August das internationale Kammermusikfestival statt.'

Eine weitere Perle der Region ist Menton, direkt hinter der französischen Grenze gelegen. Der Strand ist zwar etwas steinig, dafür reicht nur ein flüchtiger Blick auf das Meer, und jeder Betrachter versteht sofort, warum die Küste hier Cote d’Azur heißt. Das Türkisblau des Meeres ist derartig intensiv, dass einem fast den Atem raubt. Prächtige Hotelbauten und eine hübsche Altstadt mit vielen Cafes und Bistros liegen direkt hinter der Promenade. Viele Shops bieten gehobenen französischen Lebensstil zu bezahlbaren Preisen.  Bei gutem Wetter kann man bis nach Korsika sehen.

Entlang der Küstenstraße liegen weitere schöne Badeorte.  Bordighera, zwischen Menton und Sanremo gelegen, ist angenehm unaufgeregt und doch sehenswert. Die kilometerlange Promenade Lungomare Argentina ist breit, frisch asphaltiert und lädt zum bequemen Inline-Skaten ein. Fans des italienischen Eis kommen hier voll auf ihre Kosten. Die Gelateria Cocos auf der Via Vittorio Emanuele direkt hinter der Promenade hat Eis, das Sie so schnell nicht vergessen werden, jede erdenkliche Sorte und der Geschmack ist erlesen. Beim ersten Sonnenstrahl stehen hier schon die Italiener Schlange.

Imperia/Porto Maurizio selbst hat keinen schönen Strand, dafür gibt es an der felsigen Küste einen der wenigen Surfspots im nördlichen Italien. Bei guten Bedingungen versuchen hier unter den historischen Bauten des alten Porto Maurizio zahlreiche Wellenreiter ihr Glück. Ganz anders Diano Marina, das hinter der nächsten Landzunge wartet. Hier spüren sie wieder die volle Wucht eines mediterranen Badeorts. Handtücher, Liegen und Sonnenschirme reihen sich hier aneinander wie die sprichwörtlichen Sardinen in der Dose. Dafür ist der Strand kinderfreundlich und hinter der Küstenstraße, die parallel zum Strand verläuft, tut sich ein hübscher Ort mit vielen Geschäften und Marktständen auf.  Ähnliches gilt auch für das benachbarte San Bartolomeo al Mare, was auf der anderen Seite an Cervo angrenzt.

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